Frankfurt. Die IG Metall will ihren Protest gegen die von der Bundesregierung geplante "Rente mit 67" verstärken. Ende Januar werde es zahlreiche Aktionen in Betrieben in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen geben, kündigte der Leiter des IG-Metall-Bezirks Frankfurt, Armin Schild, am Montagabend in Frankfurt an. Schwerpunkt sei die Automobilindustrie. Am 30. Januar seien Proteste an allen Opel-Standorten geplant, am 31. Januar soll es Kundgebungen an den VW -Standorten geben.
Rund 8000 Beschäftigte des Autoherstellers Ford haben sich am Dienstag nach Gewerkschaftsangaben an Protestaktionen gegen die "Rente mit 67" beteiligt. Die Beschäftigten hätten an einer Informationsveranstaltung teilgenommen und ihren Protest deutlich gemacht, sagte ein Sprecher der IG Metall. Die bundesweite Kampagne der Gewerkschaft hatte am Montag in Nordrhein-Westfalen mit Aktionen von Beschäftigten aus 34 Betrieben begonnen. Die Kampagne richtet sich gegen die Pläne der Bundesregierung zur Einführung der Rente mit 67 und zum Auslaufen des bisherigen Altersteilzeitgesetzes.
Die IG Metall hatte die bundesweite Protestkampagne am 16. Januar im Saarland gestartet, wo sich gut 7.000 Beschäftigte der Stahl- und Automobilindustrie an einer Protestkundgebung nahe Saarlouis beteiligten.
Laut einer Umfrage der IG Metall Köln befürchten viele Menschen Rentenkürzungen und sehen keine Chance, an ihrem Arbeitsplatz tatsächlich bis 67 arbeiten zu können. Die Gewerkschaft fordert deshalb die Beibehaltung der Rente mit 65, die Verlängerung der geförderten Altersteilzeit über 2009 hinaus sowie die ungekürzte Rente nach 40 Versicherungspflichtjahren.
Noch vor Ostern will die Große Koalition den Gesetzentwurf zur "Rente mit 67" verabschieden. Die stufenweise Anhebung des Renteneintrittsalters soll 2012 beginnen und 2029 abgeschlossen werden. Ausnahmen sind für Beschäftigte geplant, die mindestens 45 Jahre lang Beiträge bezahlt haben. Sie sollen auch künftig mit 65 volle Rente bekommen. (dpa/dpa-AFX/at)