Genf. Der VW-Konzern lässt die Muskeln spielen: Auf der "Volkswagen Group Night" im Vorfeld des Genfer Salons (Publikumstage: 7. bis 17. März) präsentierten die Wolfsburger neben dem sparsamen XL1, den Vorstandschef Martin Winterkorn als "technologische Speerspitze des Konzerns" bezeichnete, auch wahre PS-Monster.
Das seit Jahren meistverkaufte Auto der Republik kommt wieder als Kombi: Der Variant komme im August in den Handel und koste wie der Vorgänger mindestens 18.950 Euro, teilt der Hersteller mit.Der Golf Variant wächst, bedingt durch den verlängerten hinteren Überhang, gegenüber dem Vorgänger um drei Zentimeter auf 4,56 Meter und ist damit 31 Zentimeter länger als das aktuelle Schrägheck. Dadurch schafft VW mehr Platz fürs Gepäck. Statt bislang 505 schluckt der neue Kombi laut Hersteller mindestens 605 Liter. Legt man die Rücksitze um, wachse das Kofferraumvolumen auf 1620 Liter.Die Motoren übernimmt der Kombi vom Schrägheck. Auch den Variant gibt es mit vier Benzinern und drei Dieseln, die ein Leistungsspektrum von 63 kW/85 PS bis 110 kW/150 PS abdecken. Sparsamste Variante ist ein BlueMotion-Diesel mit 81 kW/110 PS, den VW mit 3,3 Litern und einem CO2-Ausstoß von 87 g/km angibt.Die Golf-Familie soll nach Informationen aus Unternehmenskreisen noch in diesem Jahr um den Nachfolger des Golf Plus wachsen.Genf: VW zeigt "technologische Speerspitze"
Als Dreitürer Leon SC kostet das Kompaktmodell von Seat 500 Euro weniger als die fünftürige Karosserievariante. Die Preise beginnen laut Hersteller bei 14.890 Euro für den Leon SC 1.2 TSI mit 63 kW/86 PS. Das Motorangebot umfasst fünf Benziner und vier Diesel mit bis zu 135 kW/184 PS. Sparsamstes Aggregat ist der 77 kW/105 PS starke Selbstzünder 1.6 TDI mit Start-Stopp-System, der sich mit 3,8 Litern begnügen soll (CO2-Ausstoß: 99 g/km). Der Leon SC ist 20 Kilogramm leichter als der Fünftürer, sein Radstand 35 Millimeter kürzer. Markteinführung ist im Juni.
Die nächste Version des Porsche 911 steht in den Startlöchern: der GT3. Im mittlerweile fünften GT3 entwickelt der modifizierte 3,8-Liter-Boxer der aktuellen Baureihe 350 kW/475 PS und ein maximales Drehmoment von 440 Newtonmetern. Das Hochleistungsmodell ist der derzeit stärksten Sauger-Variante, dem 911 Carrera S, leistungsmäßig um 55 kW/75 PS überlegen. GT3-Modelle bietet Porsche seit Ende der 90er Jahre an. In Genf steht auch die neue Rennsportversion GT3 Cup.
Der Motor und das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, Karosserie und Fahrwerk des 911 GT3 sind laut Porsche Neuentwicklungen. Wichtige technische Innovationen sind die Benzindirekteinspritzung und die aktive Hinterachslenkung, die höhere Kurvengeschwindigkeiten ermöglichen soll. Der radikale Elfer beschleunigt aus dem Stand in 3,5 Sekunden auf 100 km/h und weiter bis maximal 315 km/h. Als Normverbrauch sind 12,4 Liter ausgewiesen (CO2-Ausstoß: 289 g/km).Lamborghini legt einen neuen Supersportwagen auf: Der Veneno soll stolze 3,57 Millionen Euro kosten. Damit dürfte der Veneno der mit Abstand teuerste Neuwagen der Welt sein. Selbst ein Bugatti Veyron, dem mit Preisen um die zwei Millionen bislang dieses Etikett anhaftete, ist deutlich günstiger.
Entsprechend gut betuchte Interessenten werden dennoch zu spät kommen: Die Kleinserie von drei Exemplaren ist nach Angaben von Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann bereits verkauft und wird ab dem Herbst ausgeliefert. Das Modell ist, wie bei Lamborghini üblich, nach einem Kampfstier benannt. Winkelmann: "Veneno hat in der Arena den Matador, der gegen ihn angetreten war, besiegt - was das bedeutet, ist klar, oder?"Technisch basiert der extravagant gestaltete Exot, der auch zu den schnellsten und stärksten Straßenautos zählt, auf dem bisherigen Topmodell Aventador. Allerdings hat Lamborghini die Karbon-Karosserie umgestaltet, aerodynamisch optimiert und radikaler gezeichnet. Außerdem wurde der 6,5 Liter große V12-Motor überarbeitet. Statt 515 kW/700 PS leistet er nun 552 kW/750 PS und beschleunigt den exklusiven Wagen auf bis zu 355 km/h. Zum Verbrauch machte Lamborghini keine Angaben. Sicher ist aber, dass er ein Vielfaches dessen beträgt, was der XL1 konsumiert: 0,83 Liter auf 100 Kilometer. (dpa/swi)