Detroit. General Motors hat einen Käufer für sein verbliebenes Geschäft mit Zulieferteilen gefunden. Die 6200 Mitarbeiter starke Sparte namens Nexteer geht an die Pacific Century Motors (PCM). Hinter dem Unternehmen stecken die Stadt Peking sowie der chinesische Autozulieferer Tempo. Die Autoindustrie im Reich der Mitte boomt gerade. Den Kaufpreis verschwieg GM am Mittwoch. Nach US-Medienberichten zahlen die Chinesen rund 450 Millionen Dollar (350 Mio Euro). General Motors erwartet, dass der Verkauf bis zum Ende des Jahres in trockenen Tüchern ist. In dieser Zeit will der Konzern auch wieder an die Börse gehen.
Nexteer stellt Lenksysteme und Antriebsstränge her. Die Sparte habe als unabhängiger Zulieferer bessere Chancen auf dem Markt, sagte GM-Strategiechef Stephen Girsky. Viele Autohersteller fürchten um ihre Betriebsgeheimnisse, wenn ein Zulieferer an einen Konkurrenten gekoppelt ist. Hauptabnehmer von Nexteer ist GM. Damit litt das Teilegeschäft in der Vergangenheit besonders stark unter den Problemen des größten US-Autoherstellers. GM hatte nach einer jahrelangen verfehlten Modellpolitik im Sommer 2009 Insolvenz anmelden müssen. Nur dank einer Milliardenspritze vom Staat überlebte der Konzern. Zu den weiteren Kunden gehören Fiat, Ford, Toyota, Chrysler, Peugeot und Citroën.
Es ist das zweite Mal, dass GM das Geschäft abstößt. Erst Mitte vergangenen Jahres hatte der Konzern die Sparte wieder zurücknehmen müssen. Hintergrund war die Insolvenz der ehemaligen Zuliefertochter Delphi, bei der GM noch in der Pflicht stand. Delphi konzentriert sich nach geglücktem Neustart auf Elektronik, Motoren und Ersatzteile. General Motors scheint aus dem Gröbsten heraus. Die Verkäufe ziehen an, die Schulden gehen runter und im ersten Quartal konnte der Konzern nach jahrelangen Verlusten sogar wieder einen Gewinn von unterm Strich 865 Millionen Dollar erwirtschaften. Der Verkauf von Nexteer soll das Unternehmen nun noch attraktiver für Investoren machen. (dpa/gem)