Detroit. Beim größten US-Autohersteller General Motors (GM) haben Gewerkschaft und Management einen Tarifdurchbruch geschafft. GM und die Automobilarbeitergewerkschaft UAW (United Auto Workers) erzielten eine vorläufige Vereinbarung über einen neuen vierjährigen Tarifvertrag, der allerdings noch der Zustimmung der UAW-Mitglieder bedarf. Dies gab GM am frühen Mittwochmorgen bekannt. Die Gewerkschaft hatte seit Montag mit einem Streik sämtliche 80 US- Fabriken von GM lahm gelegt. Die Tarifvereinbarung decke rund 74.000 von der Gewerkschaft vertretene GM-Arbeiter ab, erklärte GM. GM beschäftigt weltweit 280.000 Mitarbeiter.
Die GM-Arbeiter sollten am Mittwoch an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. UAW-Präsident Ron Gettelfinger sagte, er fühle sich im Hinblick auf das Abkommen "sehr gut". Er wollte eine Ratifizierung der Mitglieder an diesem Wochenende anstreben, berichtete die US- Wirtschaftsagentur "Bloomberg". Der UAW-Präsident wollte den Mitgliedern eine Annahme empfehlen.
Konzernchef Rick Wagoner betonte, mit dem Tarifabkommen könne GM seine fundamentale Wettbewerbslücke schließen. Die prognostizierten Wettbewerbsverbesserungen erlauben nach seinen Angaben "die Beibehaltung einer starken Produktionspräsenz in den Vereinigten Staaten sowie erhebliche Zusatzinvestitionen". Neuinvestitionen und die Sicherung von US-Arbeitsplätzen waren Hauptforderungen der Gewerkschaft gewesen.
Die Tarifparteien hätten sich auch auf die Schaffung eines unabhängigen Krankenversicherungs-Fonds für die Betriebsrentner und auf andere tarifliche Änderungen geeinigt, erklärte GM. Der Autohersteller hatte auf die Bildung eines von der Gewerkschaft zu verwaltenden und von GM teilweise zu finanzierenden Fonds gedrängt, um sich von Krankenversorgungs-Belastungen für rund 340.000 Betriebsrentner und deren Angehörige in Höhe von fast 51 Milliarden Dollar zu befreien. "Dies war fraglos eine der kompliziertesten und schwierigsten Tarifverhandlungs-Runden in der Geschichte der GM-UAW- Beziehungen", betonte Wagoner.