Stuttgart. Die Fusion von Porsche und Volkswagen gerät in Gefahr. Durch die länger als geplant andauernden Ermittlungsverfahren gegen zwei ehemalige Porsche-Vorstände sei die Wahrscheinlichkeit, die Fusion wie bisher vorgesehen im laufenden Jahr auf den Weg zu bringen, von 70 auf 50 Prozent gesunken, teilte Porsche am späten Mittwochabend in Stuttgart mt. Doch das Projekt könnte ganz scheitern. "Kommt es zu wesentlichen Verzögerungen des Verschmelzungsprozesses gegenüber dem Zeitplan der Grundlagenvereinbarung, sinkt nach Einschätzung des Vorstands der Porsche SE auch die Wahrscheinlichkeit eines Gelingens der Verschmelzung insgesamt", hieß es.
Der Vorstand der Porsche SE selbst geht derzeit allerdings trotz der juristischen Probleme weiter davon aus, dass eine Verschmelzung - gegebenenfalls auch noch nach 2011 - gelingen kann. Mit dem Abschluss der Ermittlungsverfahren gegen die früheren Porsche-Vorstände sei frühestens zu Beginn des Jahres 2012 zur rechnen. Der Ausgang der Verfahren habe Bedeutung für die zum Zwecke der Verschmelzung der Porsche SE auf die Volkswagen AG vorzunehmenden Bewertung möglicher Schadensersatzansprüche wegen angeblicher Marktmanipulation. "Die in der Grundlagenvereinbarung vorgesehenen rechtlichen und steuerlichen Prüfungen der Verschmelzung der Porsche SE mit der Volkswagen AG werden sich dadurch voraussichtlich verzögern."
Damit verringere sich aus Sicht des Porsche-Vorstands auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Verschmelzung noch im Zeitplan der Grundlagenvereinbarung gelingen wird, das heißt die erforderlichen Hauptversammlungsbeschlüsse zur Verschmelzung noch in 2011 gefasst werden, von bisher 70 Prozent auf 50 Prozent. Dies habe entsprechende Auswirkungen auf die Bewertung der Put- und Call-Optionen der Porsche SE beziehungsweise der Volkswagen AG in Bezug auf die (über einen Treuhänder) gehaltene mittelbare 50,1%-Beteiligung der Porsche SE an der Porsche AG im Konzernabschluss der Porsche SE. Details dazu nannte Porsche nicht.