Dearborn.Dem US-Autobauer Ford macht der stotternde europäische Automarkt schwer zu schaffen. Im ersten Quartal verlor der Konzern auf dem von der Schuldenkrise geplagten Kontinent operativ 149 Millionen Dollar oder umgerechnet 113 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Ford hier noch 293 Millionen Dollar verdient, war im weiteren Jahresverlauf mit fortschreitender Krise aber in die roten Zahlen abgerutscht.
Ford setzte in Europa in den ersten drei Monaten des Jahres 372.000 Wagen ab - und damit 60.000 weniger als im Vorjahreszeitraum, wie der Konzern am Freitag in Detroit mitteilte. Angesichts der Probleme hatten die Kölner Ford-Werke vor wenigen Tagen angekündigt, Kurzarbeit zu beantragen. Zwischen Mai und Oktober sollen die Bänder an einigen Tagen stillstehen. Betroffen sind etwa 4000 Mitarbeiter.
Auch in der Region Asien/Pazifik/Afrika musste Ford geringere Verkäufe und einen Verlust hinnehmen. Ein Grund war, dass die Neuauflage des wichtigen Pick-up-Trucks Ranger einen holprigen Start hinlegte. Das gut laufende Geschäft auf dem nordamerikanischen Heimatmarkt konnte die Schwächen in den anderen Teilen der Welt letztlich nicht ausgleichen.
Der Gesamtumsatz von Ford fiel zu Jahresbeginn um zwei Prozent auf 32,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn halbierte sich beinahe auf unterm Strich 1,4 Milliarden Dollar. Neben den Verlusten sorgte auch eine höhere Steuerquote für den Einbruch. Dennoch konnte Ford besser abschneiden als Analysten erwartet hatten. Vorbörslich stieg die Aktie um zwei Prozent.