Frankfurt. Der amerikanische Autokonzern Ford will in den kommenden Jahren noch stärker als bisher Größenvorteile nutzen. Das gilt auch für den Einkauf bei den Lieferanten. "Wir haben rund um den Globus 750 Zulieferer identifiziert, mit denen wir dauerhaft zusammenarbeiten wollen", sagte die für den Einkauf auf dem gesamten amerikanischen Kontinent verantwortliche Einkaufschefin Birgit Behrendt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ"/16. Februar). Ende 2011 habe Ford noch 1300 Zulieferer gehabt. Somit werde die Zahl der Lieferanten um deutlich mehr als ein Drittel verringert, kündigt die Managerin an.
Die Veränderung werden im Laufe mehrerer Jahre umgesetzt. Vor sieben Jahren waren es noch 3300. "Keiner der Lieferanten wird davon überrascht, dass wir abspringen. Alles wird lange vorher angekündigt", sagt Behrendt. Wer übrig bleibe von den Lieferanten, habe künftig bessere Chancen, seine Produkte günstig anzubieten und selbst profitabel zu arbeiten. Durch die Produktion von Komponenten in großen Stückzahlen soll hochwertige Technologie, die sonst nur in der Oberklasse zum Einsatz käme, auch in Mittelklasse-Fahrzeugen eingebaut werden können: "Wir wollen den verbleibenden Lieferanten auch eine langfristige Perspektive geben. Denn wenn diese Unternehmen wissen, dass wir auch in einigen Jahren noch mit ihnen zusammenarbeiten, dann werden sie uns ihre hochwertigste Technik als erstem Kunden zum Kauf anbieten," ist Behrendt überzeugt. Als Beispiele nennt sie den Spurhalteassistent, die Verkehrszeichenerkennung und die Fernlichtautomatik. Rund drei Viertel aller Teile bezieht Ford ihr zufolge weltweit vom gleichen Lieferanten. Die übrigen 20 Prozent unterscheiden sich zum Beispiel aufgrund von unterschiedlichen nationalen Sicherheitsbestimmungen. Etwa 70 Prozent aller Ford-Fahrzeuge basieren auf den drei Plattformen der Modelle Fiesta, Focus und Mondeo. (dpa-AFX/swi; Foto: Ford)