Frankfurt/Main. Angesichts der enormen Überkapazitäten europäischer Autohersteller warnen immer mehr Experten vor Staatshilfen für Opel. Wenn Bund und Länder die US-Mutter General Motors (GM) bei der Opel-Sanierung finanziell unterstützten, schwächten sie damit automatisch andere deutsche Hersteller, betonte Autofachmann Ferdinand Dudenhöffer in einer Kurzanalyse: "Ein staatliches Hilfsprogramm für GM bedeutet, dass GM mit Steuergeldern den ruinösen Preiswettbewerb finanziert und Überkapazität nur unzureichend vom Markt nimmt."
Ähnlich äußerte sich das frühere Mitglied des Opel-Treuhandbeirats, Manfred Wennemer, in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch): "Die Arbeitsplätze, die bei Opel mit Staatshilfe erhalten werden, müssen anderswo abgebaut werden." Der ehemalige Vorstandschef von Continental rechnet damit, dass GM aus Deutschland und anderen Ländern unterstützt wird und warnte vor den Folgen: "Statt jetzt die notwendigen Restrukturierungen vorzunehmen, wird alles auf die lange Bank geschoben. In ein oder zwei Jahren kommt das Thema der Werkschließungen dann wieder auf."
GM will rund 10.000 der 50.000 Arbeitsplätze bei Opel und Vauxhall in Europa abbauen, möglicherweise aber auch mehr: Der neue GM-Europachef Nick Reilly hatte am Dienstag in London gesagt, dass die Kapazität in Europa um 20 bis 25 Prozent gekürzt werden soll.