Hamburg (dpa) - Hybrid-Pionier Toyota hat nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer die besten Karten im Wettstreit um die Antriebstechnik der Zukunft. Der weltgrößte Autobauer aus Japan habe mit dem Fokus auf einen sogenannten Plug-In-Hybrid, der sowohl mit Verbrennungsmotor als auch mit Strom fahren kann, einen "goldenen Mittelweg" gewählt. Hingegen sei VW zu schwach bei alternativen Antrieben aufgestellt und Renault setze im Gegenteil zu stark auf den reinen Elektroantrieb, schrieb Dudenhöffer in einer neuen Studie, die der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt.
"Bevor VW seinen ersten Hybrid an einen Kunden übergibt, wird Toyota weltweit bereits 2,4 Millionen Hybrid-Fahrzeuge verkauft haben", betonte Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg- Essen. Volkswagen will Mitte des Jahres erste Hybrid-Fahrzeuge ausliefern. "VW muss schneller werden, um in diesem wichtigen Markt den Anschluss zu finden", resümierte der Experte. Er schätze, dass im Jahr 2015 weltweit vier Millionen Hybrid- und Plug-In-Fahrzeuge verkauft werden.
Die Einschätzung des französischen Autobauers Renault, dass zum Jahr 2020 jeder zehnte Neuwagen mit Strom fahren dürfte, hält Dudenhöffer hingegen für unrealistisch. Das Elektromobil kranke an mehreren Risiken wie dem hohen Preis und der unklaren Lebensdauer der Batterien, langen Ladezeiten und Skepsis der Kunden. Toyota liege da richtiger mit dem neuen Plug-In-Hybrid des Modells Prius, der kurze Strecken auch mit Strom zurücklegen kann und dessen Batterie sich in rund 1,5 Stunden an der Steckdose aufladen lässt. Auf der am Montag beginnenden Automesse in Detroit stellt Toyota auch den Prototypen eines Hybrid-Prius mit Gas-Antrieb vor. (dpa/feb)