Selbst Sebastian Vettel blieb von der schonungslosen Kritik von Sergio Marchionne nicht verschont. Der überraschend aus gesundheitlichen Gründen abgetretene Ferrari-Boss trieb mit seiner Unnachgiebigkeit auch das Formel-1-Traditionsteam immer an. Mit Druck führte der kompromisslose Marchionne die Scuderia wieder in Richtung WM-Reife. Nach dem in der zweiten Saisonhälfte 2017 verlorenen Titel ätzte der Mann aus den Abruzzen, dass dieser Rückschlag "eine Mischung aus technischen Patzern und Irrtümern der Fahrer" gewesen sei. Klar, dass mit dieser Kritik auch Vettel gemeint war.
Als womöglich "härtesten Kritiker" des Formel-1-Engagements von Ferrari bezeichnete sich Marchionne einmal selbst. Ein Sanierer schaut schließlich eiskalt auf Zahlen. Und die müssen stimmen. Mit dem Ende der Ära Marchionne ändert sich schon vor dem letzten Formel-1-Rennen vor der Sommerpause in Ungarn einiges - auch für Vettel. Neuer Ferrari-Präsident wird Fiat-Boss John Elkann; Ferrari-Vorstandschef wird Louis C. Camilleri, der zuvor unter anderem leitende Positionen beim Tabakmulti Philip Morris innehatte und mit Teamchef Maurizio Arrivabene vertraut ist.