Köln. Der US-Autobauer Ford sieht sich angesichts guter Verkaufszahlen auf dem europäischen Markt gestärkt, ist mit seinem Deutschland-Geschäft aber noch nicht zufrieden. "Der für uns schwierigste Markt in Europa ist wahrscheinlich Deutschland", sagte der Europa-Chef von Ford, John Fleming, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Köln. "Wir sehen Anzeichen einer Verbesserung, aber wir brauchen Zeit und Geduld." 2007 erzielte Ford in Deutschland einen Umsatz von rund 19,7 Milliarden Euro (2006: 15,3 Mrd). Eine Entscheidung über die Zukunft des Kölner Motorenwerks, wo etwa 700 Stellen bedroht sind, werde "wahrscheinlich innerhalb der nächsten drei Monate" getroffen, kündigte Fleming an.
Während Ford im Mutterland USA im zweiten Quartal 2008 einen Verlust von 8,7 Milliarden Dollar (5,7 Mrd Euro) einstecken musste, erreichte der Autobauer in Europa einen Gewinn von rund 372 Millionen Euro - mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Nun will Ford in den USA von seiner Europa-Tochter lernen und auf kleinere, sparsame Autos setzen. "In Europa hatten wir vor rund sieben Jahren eine ähnliche Situation", sagte Fleming. Damals hatte das Unternehmen dort rote Zahlen geschrieben und daraufhin einen harten Sanierungskurs mit Stellenstreichungen eingeschlagen. Außerdem seien Autos mit "emotionalerem" Design entwickelt worden, die die Kunden besser ansprechen sollten. "Nun sind alle unsere Werke zu 100 Prozent ausgelastet", betonte der 57-Jährige, der Präsident und Geschäftsführer von Ford of Europe sowie Vize-Präsident des gesamten Konzerns ist. Für das erste Halbjahr 2008 meldete Ford Europa in seinen insgesamt 51 Märkten einen Rekordverkauf von mehr als einer Million Fahrzeugen.