München. Martin Winterkorn verdient 1986 Euro - jede Stunde. Damit bekommt der Volkswagen-Chef alle 60 Minuten ein Gehalt, das manche Deutsche in einem Monat erarbeiten. Ein größeres Loch reißt das Jahressalär für Winterkorn von 17,4 Millionen Euro allerdings nicht in die VW-Kasse. Unter dem Strich verdiente der Autobauer dank der weltweit boomenden Automärkte 15,8 Milliarden Euro - mehr als doppelt so viel wie 2010. Auch BMW, Daimler, Audi und Porsche haben 2011 alle Rekorde gebrochen.
Nie zuvor verkauften die Hersteller mehr Autos, nie zuvor strömte so viel Geld in die Kassen. Davon profitieren auch die Mitarbeiter - sie bekommen Rekordprämien. Opel bleibt in dem Geschäft allerdings eine traurige Ausnahme.
Dabei ist es noch gar nicht lange her, dass allen Herstellern die jüngste Wirtschaftskrise teils erheblich zu schaffen machte. Zu spät sei die Branche auf Themen wie Elektroautos angesprungen, zu lange habe sie an großen und teuren Autos festgehalten, warfen etliche Kritiker der Industrie vor.
Doch die Krise blieb eine Delle, der Aufschwung kam rascher und kräftiger als selbst mancher Konzernlenker erwartet hatte. Heute sieht die 125 Jahre alte Branche so jung aus wie seit Jahren nicht mehr. Und auch künftig erwarten die Autobauer - vor allem dank der Boomregionen in Asien und Amerika - Wachstum.