Rio de Janeiro. In den Läden an der Copacabana herrscht in diesen Tage vor allem eines:oft gähnende Leere, kaum Kunden, eine Verkäuferin feilt ihre Nägel. Der Konsum der sonst so kauffreudigen Brasilianer bricht auf breiter Front ein, vor allem aber meiden sie offensichtlich die Autohäuser. Allein der VW-Konzern verkaufte seit Jahresbeginn fast 31 Prozent weniger Autos, Daimler will rund 1500 Stellen streichen - neben China schwächelt ein weiterer großer Markt der deutschen Autobauer. Und es könnte sogar noch schlimmer kommen.
Gerade Volkswagen do Brasil ist seit 1953 eine Erfolgsgeschichte, es ist der größte Auslandsmarkt nach China. VW betreibt drei Fahrzeugwerke und eine Motorenfabrik. 20.000 Beschäftigte gibt es, im März wurde das 22-Millionste Auto produziert. Doch nun schlägt die Krise voll durch. In den ersten sieben Monaten lieferte VW in Brasilien nur noch 245.900 Fahrzeuge aus - im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang von 30,6 Prozent.