München. Während die Europäer beim Autokauf zögern, schlagen die Amerikaner ungebremst zu. Die Hersteller vermeldeten für den September fast durch die Bank Zuwächse. Bereits nach neun Monaten hat Audi in den USA in diesem Jahr die Marke von 100.000 verkauften Autos geknackt. Im Vergleich zu 2011 stieg der Absatz zwischen Januar und September um 18,5 Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Allein im September steigerte die VW-Tochter ihre Neuwagen-Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um 26,5 Prozent auf 12.302 Neuwagen. Dies sei der drittbeste Verkaufsmonat in den USA überhaupt gewesen. Die wachsende Nachfrage nach den neu aufgelegten Modellen deute auf ein Rekordjahr 2012 und weitere Zuwächse im nächsten Jahr hin, sagte Audis Amerika-Chef Mark del Rosso.
Der Autobauer Daimler profitiert vom starken US-Markt und hat dort im September mehr Pkw und Kleintransporter verkauft als je zuvor in diesem Monat. 25.980 abgesetzte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz, smart und Sprinter bedeuten ein Plus von 8,7 Prozent, wie der Konzern mitteilte. Allein die Marke Mercedes Benz sorgte beim Absatz in den ersten drei Quartalen mit 191.618 Autos für einen Neun-Monats-Rekord und einen Anstieg zum Vorjahr von 12,7 Prozent. "Wir sind auf dem Weg zu einem Rekord-Jahr", sagte US-Chef Steve Cannon.Der Sportwagenbauer Porsche ist in den USA weiter auf Kurs. Im September setzte die VW-Tochter mit 2.736 Autos gut ein Viertel (26,1 Prozent) mehr Fahrzeuge ab, als im Vorjahresmonat. In den ersten neun Monaten des Jahres verkaufte Porsche mit 25.015 Autos gut zehn Prozent mehr als in den ersten drei Quartalen 2011, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Mit dem Porsche Cayenne legte alleine das absatzstärkste Modell im September um knapp die Hälfte zu. Dagegen blieb die 911er-Serie etwa auf dem Niveau des Vorjahres.Besonders gut läuft es weiterhin für Volkswagen, deren US-Passat reißenden Absatz findet. Die Wolfsburger wollen auch im restlichen Jahr die Konkurrenz abhängen, wie Landeschef Jonathan Browning am Dienstag erklärte. VW setzte im vergangenen Monat 36.339 Wagen in den Vereinigten Staaten ab, ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Einen noch stärken Zuwachs erreichte Toyota mit plus 42 Prozent auf 172.000 Wagen. Die Japaner erholen sich damit anhaltend vom schweren Erdbeben und Tsunami im vergangenen Jahr. Damals standen die Fabriken teils still.BMW hat im Gegensatz zu seinen deutschen Konkurrenten seinen Auto-Absatz in den USA im September nur leicht steigern können. Bei den Pkw der Marke BMW ging die Zahl der verkaufen Neuwagen im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 7,4 Prozent zurück, wie das Unternehmen mitteilte. Die guten Verkäufe bei den leichten Transportern und der Marke Mini retteten den Münchnern aber die Bilanz. Konzernweit stieg der Absatz so um 3,5 Prozent auf 26.600 Autos. Dabei legte die Marke Mini um 22,5 Prozent auf 4899 Auos zu, bei den leichten Transportern stieg der Absatz um 18,2 Prozent auf 7496 Fahrzeuge.Bei den drei großen US-Herstellern fielen die Sprünge ebenfalls kleiner aus: Ford stagnierte bei rund 175.000 verkauften Neuwagen, die Opel-Mutter General Motors wurde 210.200 Autos und damit zwei Prozent mehr los, Chrysler legte um zwölf Prozent auf 142.000 Fahrzeuge zu. Für die Chrysler-Mutter Fiat ist das ein Glücksfall: In Europa bleiben die Wagen derzeit auf den Höfen der Händler stehen.Experten hatten bereits im Vorfeld gute Verkäufe für den September vorausgesagt. Das Autoportal Edmunds.com schätzt, dass in den USA bis zum Ende des Jahres insgesamt 14,4 Millionen Autos abgesetzt werden. Das wäre das beste Ergebnis seit vier Jahren, als die Krise losbrach und der Markt einfror. Für 2013 gehen die Branchenkenner von rund 15 Millionen verkauften Autos aus. (dpa-AFX/nib)Deutsche Autobauer in den USA auf Kurs
Während die Europäer beim Autokauf zögern, schlagen die Amerikaner ungebremst zu. Die Hersteller vermeldeten für den September fast durch die Bank Zuwächse.