Stuttgart/Peking. Der in China bisher nur schleppend vorankommende Autobauer Daimler erwartet laut einem Magazin-Bericht dieses Jahr den großen Durchbruch. Die Schwaben rechneten für 2013 im Reich der Mitte mit einem Absatzplus von satten 30 Prozent, schreibt der «Focus» (Montag) unter Berufung auf «vertrauliche interne Planzahlen». Demnach stehe dort für China das Ziel 274.000 Autos.
Eine Daimler-Sprecherin dementierte die Angaben am Freitag: «Das entspricht nicht unserem Planungsstand.» Nähere Informationen gab sie nicht. Daimler hatte 2012 in China 196 211 Mercedes-Benz und rund 16 000 Smart-Kleinstwagen abgesetzt - zusammen also gut 210 000 Pkw. Damit war das asiatische Riesenreich drittgrößter Absatzmarkt für Mercedes-Benz. Offiziell ist bei Daimler das Planziel, 2015 in China 300 000 Pkw zu verkaufen, rund zwei Drittel davon lokal produziert. Die Rivalen waren allerdings im vergangenen Jahr erfolgreicher: BMW hat 2012 in China 326.444 Fahrzeuge abgesetzt, Audi kam gar auf 405.838.Im Focus-Bericht stehen weitere Zahlen, die die Konzernsprecherin ebenfalls als unzutreffend bezeichnete. Laut dem Magazin soll die neue A-Klasse, in die Daimler große Hoffnungen setzt, dieses Jahr auf 180.000 Verkäufe kommen, davon allein 71.000 in Deutschland.Daimler hatte vor knapp einem Jahr für seine Pkw-Kernmarke mit dem Stern folgende Absatzziele kommuniziert: 2014 weltweit mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge, 2015 mehr als 1,6 Millionen. Hinzu kommt dabei in der Pkw-Rechnung noch der Smart, der 2012 gut 100.000 Käufer fand. In der Summe (Mercedes-Benz, Smart, AMG und der auslaufende Maybach) hatte Daimler 2012 rund 1,45 Millionen Fahrzeuge abgesetzt - Rekord.Daimler will Absatz in China 2013 deutlich steigern
Einem Medienbericht zufolge plant der Autobauer Daimler, seinen Absatz in China in diesem Jahr um 30 Prozent zu steigern. Im vergangenen Jahr lagen die Stuttgarter dort deutlich hinter Audi und BMW. Der Konzern dementierte den Bericht.
Änderungen sollen Durchbruch bringen
In China lähmte Daimler bisher ein zweigeteiltes Vertriebssystem, das die lokal gebauten und die importierten Fahrzeuge unterteilte. Das wurde vor wenigen Wochen reformiert. Außerdem hat Daimler eigens ein China-Vorstandsressort geschaffen. Hubertus Troska ist seit Ende des Jahres Chef für «alle Aspekte des dynamischen Marktes». Daimler will dort unter anderem sein Autohändlernetz zügig ausbauen.
Unternehmenslenker Dieter Zetsche hatte zur Jahresbilanz am Donnerstag über China gesagt: «Das Land ist integraler Bestandteil unserer Wachstumsstrategie.» Troska sei der richtige Mann für den Job, seine Arbeit werde aber nicht über Nacht Früchte tragen. Daimlers zentrale Pkw-Sparte fährt derzeit Audi und BMW hinterher und will bis 2020 wieder Nummer eins sein. (dpa/swi)