Frankfurt. Die Börse feiert den am Ende überraschend schnellen Vollzug der Übernahme des Sportwagenherstellers Porsche durch Volkswagen (VW). Zum Handelsauftakt am Donnerstag legten die im Dax notierten Vorzugsaktien von VW um 4,5 Prozent zu. Die Papiere der Porsche-Dachgesellschaft Porsche SE gewannen 3,6 Prozent.
Am Mittwochabend hatten die Unternehmen mitgeteilt, dass das Sportwagengeschäft von Porsche nach monatelanger Blockade zum 1. August nun komplett unter das VW-Dach kommt. Dank eines gesetzlichen Schlupflochs umschiffen die Wolfsburger dabei eine milliardenschwere Steuerlast.
VW zahlt für die noch nicht zum Konzern gehörenden 50,1 Prozent der Porsche AG rund 4,46 Milliarden Euro an die Porsche-Dachgesellschaft Porsche SE (PSE). Das sind rund 600 Millionen Euro mehr als in der Grundlagenvereinbarung von 2009 festgelegt. Mit dieser war der Weg für die Komplettübernahme bis 2014 vorbereitet worden. Nach Unternehmensangaben stecken hinter dem Zuschlag verschiedene Ausgleichsposten für künftige Synergien und der PSE bis 2014 zustehende Dividendenzahlungen.
Insgesamt rechnet die PSE dank des Geschäfts mit einem einmaligen positiven Ergebniseffekt von 7 Milliarden Euro in diesem Jahr. Dabei spielen vor allem Bilanzierungseffekte eine Rolle. Volkswagen wird sogar wegen der Bewertungen einen Sondergewinn von 9 Milliarden Euro verbuchen. Die Liquidität allerdings sinkt zunächst. Insgesamt überweist Volkswagen für den Deal rund 7 Milliarden Euro - neben dem Kaufpreis begleichen die Wolfsburger Schulden von 2,5 Milliarden Euro beim Sportwagenbauer. Leisten können sie sich das locker - Ende März hatte VW 15,8 Milliarden Euro in der Kasse. (dpa-AFX/gem)