Detroit. Der von der Autokrise betroffene Autobauer BMW hat auf den drastischen Verfall der Restwerte bei Leasing-Fahrzeugen reagiert. Das Unternehmen habe seinen Leasing-Anteil in den USA im vergangenen Jahr von 60 auf 50 Prozent reduziert, sagte Vertriebschef Ian Robertson der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag). BMW hatte jahrelang über sehr günstige Leasingraten seinen Absatz angekurbelt. Mit dem Niedergang des Marktes fielen auch die Restwerte der Rückläufer. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres hatte BMW deshalb eine Risikovorsorge von mehr als einer Milliarde Euro gebildet.
Von dieser Situation seien auch andere Firmen betroffen, erklärte Robertson. "Unsere Restwerte sind immer noch stärker als bei Wettbewerbern aus dem Premiumsegment. Wir waren nur die Ersten, die mit der Problematik an die Öffentlichkeit gegangen sind, und wir sind dabei sehr transparent. Das kann man nicht von allen unseren Konkurrenten sagen. " Namen von Wettbewerbern wollte Robertson nicht nennen.
BMW wolle seine Absatzzahlen nicht um jeden Preis stützen und halte sich daher auch mit Rabatten zurück, sagte Robertson weiter. Vor diesem Hintergrund sei auch die schlechte Absatzentwicklung auf dem US-Markt im Dezember zu sehen. BMW musste einen Rückgang bei den Verkaufszahlen um 36 Prozent hinnehmen. Damit waren die Bayern das Schlusslicht unter allen deutschen Herstellern und schnitten auch schlechter ab als die angeschlagenen Unternehmen General Motors (GM) und Ford. Robertson sagte, im Dezember seien die Rabatte im Premiumsegment besonders aggressiv gewesen, BMW habe sich aber zurückgehalten. Das neue Jahr wird nach Darstellung von Robertson schwierig. Er hoffe aber, dass es zumindest in einzelnen Märkten zur Wiederbelebung des Geschäfts komme. BMW plane, insgesamt eine Milliarde Dollar in seine amerikanischen Standorte zu investieren. (dpa-AFX/gem)