Stuttgart. Der Betriebsrat von Porsche darf nach eigener Darstellung künftig über die Auftragsvergabe an Fremdfirmen und damit über die oft strittigen Werkverträge mitentscheiden. Wie die "Stuttgart Zeitung" (Montag) berichtet, hätten Betriebsräte und Firmenspitze eine Vereinbarung zur "sachbezogenen Mitbestimmung" getroffen.
Das Abkommen werde den Umgang mit Werkverträgen "enorm verändern", sagte Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück der Zeitung. Aus seiner Sicht hat die Vereinbarung "Vorbildcharakter" in der Metall- und Elektroindustrie. In der IG Metall sei die sachbezogene Mitbestimmung auf "hohe Zustimmung" gestoßen. Auch der Gesamtbetriebsratschef von Volkswagen, Bernd Osterloh, wolle Vergleichbares einführen, werde es aber anders umsetzen. "Es wird einen Kulturwandel in Deutschland geben", sagte Hück. "Viele Betriebsräte wollen das haben - jetzt brauchen wir nur die Arbeitgeber, die das genauso sehen."