Ingolstadt. Die bayerische IG Metall will mindestens 5,5 Prozent mehr Geld für die 770.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie im Freistaat. Die Aussichten für das laufende Jahr seien positiv. Insbesondere in Bayern hätten die Firmen genug Aufträge - die Arbeitnehmer bräuchten zudem einen Inflationsausgleich. «Die Tarifkommission sieht daher keinen Grund zur Bescheidenheit», teilte die Gewerkschaft am Mittwoch in Ingolstadt mit.
Bayern ist der erste Bezirk, der eine konkrete Zahl genannt hat. Am 4. März will der IG-Metall-Vorstand in Frankfurt seine Forderungsempfehlung für bundesweit alle Bezirke bekanntgeben.Der Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie kritisierte die Empfehlungen. Die Konjunktur habe sich abgekühlt und 2013 sei keine Dynamik zu erwarten, erklärte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. «Kaum Wachstum und mindestens 5,5 Prozent mehr Entgelt - wie soll das funktionieren?».Der bayerische IG Metall-Chef Jürgen Wechsler hielt dagegen: «Entgegen der Darstellung der Arbeitgeber in den Medien ist in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie insgesamt kein realistisches Krisenszenario zu erkennen.» Man habe allerdings auch berücksichtigt, dass sich einige Unternehmen der Branche in einer schwierigen Lage befänden.Der Aufschlag der IG Metall fällt niedriger aus als in anderen Bereichen. 6,5 Prozent mehr Geld verlangt etwa Verdi für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst der Länder. Auch bei den Tarifverhandlungen in der Bauindustrie stiegen die Arbeitnehmer mit der Forderung nach 6,6 Prozent mehr Geld in die Gespräche ein. (dpa/gem)Bayerische IG Metall will mindestens 5,5 Prozent mehr Geld
Als erster Bezirk gibt die IG Metall in Bayern eine Richtung für die Tarifverhandlungen 2013 vor: Mindestens 5,5 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten. Für die Arbeitgeber ist sie zu hoch.