Brüssel. Die Erholung auf dem europäischen Automarkt gewinnt an Stärke. Im März wurden in der EU 1,45 Millionen Autos verkauft: 10,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie der Branchenverband Acea am Donnerstag mitteilte. Es war bereits der siebte Monat in Folge mit einem Plus. Der März ist allerdings typischerweise der stärkste Monat des Jahres, so dass ihm eine besondere Aussagekraft zugeschrieben werden kann. Trotz des starken Wachstums war es allerdings noch immer der zweitschwächste März seit Beginn der Aufzeichnungen für die erweiterte EU im Jahr 2003. Der Wert aus dem März 2012 wurde allerdings nur um knapp 10.000 Autos verfehlt.
Auch für das erste Quartal ergibt sich ein starkes Plus von 8,4 Prozent auf 3,25 Millionen Neuzulassungen im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2013. Im Vergleich zur Situation vor zwei Jahren ergibt sich noch ein Minus von knapp 70.000 Fahrzeugen.
Das Beratungsunternehmen Ernst & Young wertet die aktuelle Entwicklung zwar auch als Stabilisierung des Aufwärtstrends, warnt aber, dass es sich in weiten Teilen nur um ein künstliches, auf Nachlässen und Abwrackprämien basierendes Wachstum handle. "In Spanien hält eine Abwrackprämie den Neuwagenmarkt auf hohem Niveau", betont EY-Partner Peter Fuß. "Und in Deutschland und Frankreich geht die ruinöse Rabattschlacht im Volumensegment ungebremst weiter – die Verkaufszahlen steigen zwar, dafür sinken die Margen." Von den großen europäischen Automärkten entwickle sich derzeit allein der britische Markt nachhaltig positiv. Für eine Entwarnung sei es daher zu früh. Insgesamt werde der europäische Automarkt nicht vor dem Ende der Dekade sein Vorkrisenniveau von 15,6 Millionen Fahrzeugen erreichen. Für 2014 rechnet Fuß mit 12,4 Millionen.