Hannover/Stuttgart. Die Automobilindustrie steckt mitten im Umbruch. Die Zulieferer gewinnen an Macht. Rund drei Viertel der Wertschöpfung beim Auto entfallen nach Branchenangaben inzwischen auf die Lieferanten, Tendenz steigend. Denn der Trend geht dahin, dass die Zulieferer sich immer mehr zu Komplettanbietern entwickeln, zu "Systemlieferanten". Dadurch verschieben sich die Gewichte, die Bedeutung der Autozulieferer wie Bosch, Continental, ZF oder Schaeffler steigt weiter.
Auf der anderen Seite aber wächst der Druck auf die Zulieferer. Die hohen Rohstoffkosten drücken auf die Erträge. Denn es ist schwierig, die Kosten einfach an die Hersteller weiterzureichen, auf den Automärkten herrscht ein harter Preiskampf. Zudem sind Milliarden-Investitionen in neue Technologien notwendig, zum Beispiel in Hybrid-Antriebe, Batterietechnik für Elektroautos oder neue Sicherheitssysteme.
"Die Zulieferer brauchen entsprechend Luft, um die Innovationen auch stemmen zu können", sagt Bosch-Sprecher Andreas Kempf. "Wenn die Hersteller weiter versuchen, die Preise zu drücken, wird das für die Zulieferer schwer." In den vergangenen fünf Jahren hat die deutsche Zulieferindustrie ihren Gesamtumsatz nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) um rund ein Drittel auf 75,4 Milliarden Euro im Jahr 2007 gesteigert. Im vergangenen Jahr gab die Branche 18 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus, das ist ein Drittel dessen, was in der gesamten deutschen Industrie für Innovationen ausgegeben wurde.