Detroit. Mit einer Mischung aus Hoffen und Bangen fahren die Autohersteller in diesem Jahr zur Branchenmesse nach Detroit. In der Geburtsstadt der automobilen Massenproduktion wird Anfang Januar traditionell das Autojahr eingeläutet. Doch wohin die Reise der Branche in diesem Jahr geht, ist noch ungewiss. Einerseits brummt in Schwellenländern wie China die Nachfrage, auf der anderen Seite verhageln Klimawandel, CO2-Steuer, explodierende Spritpreise und nicht zuletzt die Kreditkrise den Verbrauchern in den traditionellen Abnehmerländern die Kauflaune. Und die Lage bleibt nach Einschätzung von Experten schwierig. "Im Augenblick dominiert das Bangen", sagt Analyst Tim Schuldt von equinet.
Sorgenkinder sind die etablierten Märkte. In Westeuropa und vor allem Deutschland herrsche weiter Verunsicherung über die künftige Form möglicher CO2-Strafzahlungen für die Autobauer, sagt Autoanalyst Marc-Rene Tonn von M.M. Warburg. Hinzu kämen immer strengere Umweltauflagen in den Städten und hohe Spritpreise. Immerhin sei in Europa 2008 aber mit einer stabilen Entwicklung zu rechnen. Düster sei dagegen die Lage jenseits des Atlantiks. "Gerade auf dem US-Markt sieht es schwierig aus." Das Prognose-Instituts B&D-Forecast rechnet hier 2008 mit einem weiteren Absatzrückgang auf 15,9 Millionen Fahrzeuge. Das wäre der niedrigste Stand seit Jahren. 2007 lag der Absatz in den USA bei 16,15 Millionen Fahrzeugen.