Brüssel. Der europäische Automarkt hat im Juni zum zehnten Mal in Folge zugelegt. In der Europäischen Union wurden knapp 1,2 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen und damit 4,5 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie der Branchenverband ACEA am Donnerstag mitteilte. Allerdings war dies dennoch der zweitschlechteste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen 2003. Wie Peter Fuß, Partner bei der Unternehmensberatung EY, betont, stieg der Absatz im ersten Halbjahr um 6,5 Prozent und damit deutlich stärker als im Juni. In den ersten sechs Monaten wurden in Europa insgesamt gut 6,6 Millionen Autos verkauft. Im März lag die Zuwachsrate sogar bei 10,6 Prozent.
"Das ohnehin nur schwache Wachstum auf dem europäische Neuwagenmarkt hat sich in den vergangenen zwei Monaten weiter verlangsamt – und wird im weiteren Jahresverlauf voraussichtlich auch nicht an Fahrt gewinnen", kommentierte Fuß. Der Analyst prognostiziert für das Gesamtjahr sowohl in Deutschland als auch in der EU ein Wachstum von vier bis fünf Prozent.
Im Juni verzeichnete unter den größeren Märkten lediglich Deutschland einen Verkaufsrückgang (minus 1,9 Prozent). Einstellige Zuwächse gab es hingegen in Frankreich (plus 2,5 Prozent), Italien (plus 3,8 Prozent) und Großbritannien (plus 6,2 Prozent). In Spanien legte der Absatz sogar zweistellig zu (plus 23,9 Prozent).
Doch Peter Fuß betont: "Die aktuellen Wachstumsraten relativieren sich angesichts des massiven Einbruchs in den Vorjahren. So wurden im bisherigen Jahresverlauf in der EU zwar 6,5 Prozent mehr Autos verkauft als 2013 – aber fast 20 Prozent weniger als im Jahr 2008." In absoluten Zahlen macht das einen Unterschied von etwa 1,5 Millionen Neuzulassungen im ersten Halbjahr aus.
Unter den deutschen Herstellern verkaufte lediglich Daimler wegen eines Einbruchs bei Smart weniger Fahrzeuge als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (minus 1,2 Prozent). Volkswagen (plus 2,5 Prozent) und BMW (plus 4,6 Prozent) schlugen hingegen mehr Autos los. Die Wolfsburger profitierten dabei besonders von zweistelligen Zuwächsen bei Seat und Skoda, während die Marke Volkswagen sogar ein Minus verzeichnete. (dpa/swi)