Hamburg. Im VW-Konzern gibt es laut einem Zeitungsbericht Gerangel um die Führung bei der Sportwagen-Kompetenz. Der Wettstreit zwischen Porsche und Audi dreht sich um die Entwicklungshoheit bei den Mittelmotor-Modellen, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD/Donnerstag) aus Konzernkreisen. Weder Porsche noch VW oder Audi wollten der Zeitung gegenüber dazu Stellung nehmen.
Zu den Mittelmotorwagen gehören die Porsche-Modelle Boxster und Cayman sowie der Audi R8. Mit der Integration von Porsche unter dem VW-Dach soll die Entwicklung enger verzahnt werden. Früheren Medienberichten zufolge sollte Porsche die Federführung bei den Sportwagen übernehmen. Durch eine Erweiterung der konzernweiten Modulstrategie erhofft sich der Konzern weitere Kostenersparnisse. Unter anderem könnte damit die italienische Marke Lamborghini profitabel werden.
Laut "FTD" könnten die ersten Modelle aus dem neuen Sportbaukasten ab 2015 entstehen. Dazu könnte auch ein neuer Mini-Porsche zählen, der unter dem Boxster angesiedelt wäre. Konzernchef Martin Winterkorn will den Porsche-Absatz mittelfristig um rund 50 Prozent auf 150.000 Sport- und Geländewagen steigern. Dazu soll die Modellpalette erweitert werden.
Wer im Konzern die Entwicklungshoheit für einen Baukasten besitzt, bestimme maßgeblich über Motoren und Modelle, schreibt das Blatt. Über die Führung beim neuen Sportbaukasten solle bis Oktober entschieden werden. Sollte Audi den Zuschlag erhalten, erwarte man bei Porsche eine Kompensation, berichtet die Zeitung aus Konzernkreisen. Dies könnte etwa ein größerer Einfluss bei den viertürigen Luxuslimousinen sein, die auf dem Panamera aufbauen könnten. (dpa-AFX/fin)