Detroit. Amerikas Autobranche blickt in den Abgrund. Die US-Wirtschaft muss Experten zufolge nach dem Kollaps der Finanzbranche ihren nächsten Infarkt befürchten. Nach bereits jahrelanger Talfahrt und enormen Milliardenverlusten rasen General Motors (GM) und Ford nun immer schneller in die Tiefe - mit ihren deutschen Töchtern auf den Rücksitzen. Durch die Finanzkrise droht den hochverschuldeten Herstellern schlichtweg das Geld auszugehen. Die Börse hat die taumelnden Autoriesen schon angezählt: Die Kurse stürzen noch schwindelerregender in die Tiefe als die Absatzzahlen.
Die Opel-Mutter GM und Amerikas zweitgrößter Autobauer Ford sind in eine lebensbedrohliche Abwärtsspirale geraten: Schon vor der Kreditkrise schrieben sie wegen ihrer verfehlten Modellpolitik mit zu wenig sparsamen Wagen blutrote Rekordverluste. Obendrein geben neben der katastrophalen Lage in den USA nun auch die weltweiten Automärkte nach. Dringend benötigtes frisches Geld ist für GM und Ford wegen der US-Kreditklemme nur noch sehr teuer zu bekommen - wenn überhaupt.
Und nun erinnert der nochmals dramatisch verschärfte Kurssturz an der Börse fatal an das jüngste Schicksal mancher Banken, denen der nahezu freie Fall ihrer Aktien das Genick brach. Die GM-Aktie liegt so tief wie seit über 50 Jahren nicht mehr. Der gesamte Konzern ist an der Börse gerade noch rund drei Milliarden Dollar wert, Ford etwas mehr.