Wiesbaden. Der Kohlenstoffspezialist SGL Carbon hat seine Aktionäre auf ein hartes Jahr 2014 eingestimmt. Der Preisdruck im Stammgeschäft mit Graphitelektroden sei weiter hoch, sagte Vorstandschef Jürgen Köhler am Mittwoch vor rund 800 Aktionären auf der Hauptversammlung in Wiesbaden. Er rechne im laufenden Jahr erneut mit roten Zahlen. Inzwischen hat SGL aber ein Restrukturierungsprogramm gestartet. Eine genaue Prognose für 2014 wollte das Management bei dem Aktionärstreffen nicht vorlegen.
Aufsichtsratschefin und BMW-Großaktionärin Susanne Klatten sprach von einem schwierigen und schmerzhaften Prozess, in dem sich der Kohlenstoffspezialist befinde. Das Kontrollgremium sei eng über die Pläne des Managements zur neuen Aufstellung von SGL nach dem größten Fehlbetrag in der Geschichte des Unternehmens eingebunden. Klatten leitete erstmals als Aufsichtsratschefin die Hauptversammlung. Die BMW-Großaktionärin hält über ihre Beteiligungsgesellschaft SKion knapp 27 Prozent der SGL-Anteile, BMW zusätzlich knapp 16 Prozent.
Konzern-Chef Köhler, der seit Jahresbeginn an der Spitze des angeschlagenen Unternehmens steht, will SGL wieder auf Profitabilität trimmen. «Wir haben eine Ergebniskrise.» Zu der konsequenten Umsetzung des Sparprogramms «SGL 2015» gebe es deshalb keine Alternative. «Wir werden uns damit besser aufstellen für die Stürme der Zukunft», kündigte der Manager an.
Trotz aller Zwänge zur Kostensenkung werde der Kohlenstoffspezialist aber nicht den Fehler begehen, auf Investitionen zu verzichten. Köhler schloss auch Zukäufe nicht aus. Für die Zukunft setzt der Vorstandschef auf die stärkere Verwendung von Carbonfasern in der Autoindustrie. Mit BMW gibt es das Gemeinschaftsunternehmen SGL Automotive Carbon Fibers. Es ist auf die Kohlefaserproduktion spezialisiert, die der bayerische Autobauer für den Bau seiner Elektroautos i3 und i8 mit ultraleichter Karosserie nutzt.