Maintal/Duisburg. Die Abwrackprämie hat den Gebrauchtwagenmarkt in 2009 deutlich gedrückt. Die Wagen standen deutlich länger bei den Händlern als in vorhergehenden Jahren, berichtete der Autodienstleister EurotaxSchwacke am Montag. An den gleichzeitigen Spitzenverkäufen von Neuwagen 2009 kann sich nach einer Studie des Duisburger Auto-Experten Prof. Ferdinand Dudenhöffer zugleich in den Branche kaum jemand freuen. Nach dem "künstlichen Push" des Marktes durch die Prämie sei 2010 der größte Einbruch bei den Neuwagenverkäufen in der Geschichte der Bundesrepublik zu erwarten, hieß es in der Studie.
Die Standzeit der Autos bis zum Verkauf sei um fast sieben Prozent von 114 auf 122 Tage gestiegen, teilte der Autodienstleister in Maintal anhand von im Oktober ermittelten Daten mit. Wie Blei standen laut EurotaxSchwacke insbesondere Geländewagen (133 Tage) und große Vans (138). Schneller drehten hingegen die Kleinwagen, insbesondere mit Otto-Motoren. Autos mit Dieselmotoren, tendenziell eher in größeren Wagen zu finden, verkauften sich deutlich schleppender und standen im Schnitt 29 Tage länger beim Händler als die Benziner. Gebrauchte gasbetriebene Fahrzeuge waren 2009 weniger gefragt als 2008, was EurotaxSchwacke auf die gesunkenen Treibstoffpreise zurückführte.
Im Neuwagengeschäft habe vor allem Volkswagen in absoluten Zahlen mit fast 200.000 zusätzlich verkauften Autos vor Opel (plus 82.000) und Fiat (plus 77.000) von dem steuerfinanzierten Prämien-Boom profitiert, berichteten die Verfasser der bekannten Schwacke-Liste für Gebrauchtwagenpreise. Die größten prozentualen Zuwächse erzielten ausländische Marken wie Dacia, Lada, Fiat und Hyundai. Dudenhöffer sprach von "extremen Verwerfungen" und einer "Abwrackprämien-Blase", die dem Markt langfristig schade. 2010 werde es nicht nur dramatische Einbußen im Neuwagengeschäft von etwa 30 Prozent bei VW und Ford geben. Die Branche müsse auch hohe Verluste bei der Rücknahme von Leasingautos einkalkulieren, weil die kalkulierten Restwerte durch das Überangebot am Markt nicht mehr zu erzielen seien. (dpa/fin)