Der Porsche 993 gilt vielen Kennern als der "letzte echte“ – weil luftgekühlte – Porsche. In seiner finalen Ausbaustufe, vom damaligen Porsche-Chefentwickler und heutigem Aston-Martin-Chef Ulrich Bez auf die qualitative Spitze getrieben, ist der Sportwagen 13 Jahre nach der Produktionseinstellung schon zum Klassiker geworden. Die Preise für den 993 fallen schon seit Jahren nicht mehr. Im Gegenteil, sie steigen: Unter 40.000 Euro ist keine gutes Exemplar zu bekommen. Für topgepflegte 911er dieser Baureihe werden heute schon Preise über dem einstigen Neuwert aufgerufen. Der ungeliebte Nachfolger 996 ist schon für die Hälfte dessen zu haben, was ein vergleichbarer 993 kostet.
Das Beispiel 993 zeigt – wenn auch in extremer Ausprägung – wie sich der Wert von Gebrauchtwagen auch entwickeln kann. Und derzeit gibt es auf den Höfen von Autohändlern viele solcher Beispiele. 2010 sind die Restwerte von Gebrauchtwagen im Durchschnitte um zehn Prozent gestiegen, hat der Fahrzeugbewerter Schwacke ausgerechnet. Plötzlich kann sich das Geschäft mit Leasingrückläufern, Geschäftswagen und jungen Gebrauchten wieder lohnen – wenn es richtig gemanagt wird. Das heißt, wenn Erfahrung und Gespür eines Händlers auf professionelle Restwertprognosen treffen.
Attraktive Neuwagen haben derzeit monatelange Lieferfristen. Audi Q5, Porsche Cayenne, Land Rover Freelander – dieses Jahr sind sie schon ausverkauft. Für Interessenten wird da der Griff zum jungen Gebrauchten eine interessante Alternative. So etwas lässt die Preise steigen.