Was lernt Europas Automobilindustrie aus der Auto Shanghai 2023? Nach dem Ende der beiden Pressetage auf dem gewaltigen Kongressgelände zeichnen sich für die Branche erste, klare Trends ab. Die Automobilwoche war mit zwei Reportern in den vergangenen Tagen in Schanghai unterwegs. Fünf Trends, auf die die Branche jetzt achten muss:
1. Kitsch ist wieder cool.
Eine Auswahl an Merchandising-Produkten passend zur Marke gehört für jeden Hersteller zumindest ab dem Premium-Segment seit Jahrzehnten zum guten Ton. Doch Jacken mit Markenlogo, Kaffeetassen oder nützliches Fahrzeug-Zubehör reichen heute schon nicht mehr. Auf der Auto Shanghai zeigten neue, chinesische Hersteller neben ihren Fahrzeugen fast immer auch zum jeweiligen Image der Marke passende Produkte. Bei Zeekr gab es dazu sogar noch einen glasbrechenden Nothammer für Unfälle, die chinesische Marke Tank präsentierte ihren Geländewagen mit einem dazu passenden Herren-Rasierpinsel und Lynk & Co. aus dem chinesischen Geely-Konzern bot gar passende Schutzausrüstung für Mountainbike-Abenteuer im Markendesign an. Mit zur Marke passenden Produktangeboten, die sich ins grundsätzliche Designbild der Fahrzeuge einreihen, feiert der chinesische Hersteller Nio seit längerem Erfolge und bringt das Konzept mit seinen Nio-Houses jetzt auch nach Deutschland. Das Thema könnte zukünftig auch für etablierte Hersteller wieder an Bedeutung gewinnen - wer auf der Auto Shanghai einfach nur sein Auto vorstellte, lieferte nicht genug.