Amsterdam. Der amerikanische Automobilhersteller Ford sieht derzeit in Europa "wenig Chancen" für eine große Verbreitung des Hybrid-Antriebs. Es werde vielmehr schon bald bei Benzinmotoren zu einer ebenso rasanten Entwicklung kommen wie bei den Dieseltriebwerken, sagte der Chef von Ford Europa, Lewis Booth, auf der "New Powertrain Technologies Conference" von Automotive News Europe in Amsterdam.
So werde Ford schon bald eine neue Generation von Benzinmotoren mit Direkteinspritzung und Turboaufladung vorstellen. Die CO2-Werte dieser Triebwerke seien ähnlich niedrig wie die von Dieselaggregaten, die Kosten aber "deutlich geringer". "Mit der neuen Technologie können wir unsere Motoren verkleinern, ohne dabei Leistung zu verlieren", sagt Booth. Gegenüber heute üblichen Benzinmotoren seien bei CO2-Ausstoß und Benzinverbrauch Einsparungen von 20 Prozent möglich. Schon in fünf Jahren soll laut Booth ein Drittel aller in Europa verkauften Ford-Modelle von solchen Motoren angetrieben werden. Konventionelle Benzintriebwerke sollen dann nur noch als "niedrigpreisige Einstiegsmaschinen" dienen.
Erst wenn sich diese neue Triebwerksgeneration etabliert habe, mache es Sinn, über eine Weiterentwicklung der Hybrid-Technologie nachzudenken. Doch auch dann werde es, so Booth, in Europa nicht zu einer großen Verbreitung von Vollhybrid-Modellen kommen: "Stattdessen erwarten wir den großflächigen Einsatz einzelner Hybrid-Komponenten." Dazu zählten Start-Stopp-Systeme und die Bremsenergie-Rückgewinnung. Langfristig gesehen kann sich Booth auch batteriebetriebene Autos mit Plug-in-Technik vorstellen.